Wenn der eigene Junge plötzlich Bayern-Fan wird und was man dagegen tun kann

Was habe ich getan!?

Wie konnte es nur so weit kommen?!

Was haben wir falsch gemacht …?

Er ist ein … Bayern-Fan.

Schlimmer geht eigentlich nimmer. Vielleicht noch Schalke. Oder Hoffenheim. Oder Leipzig. Aber ganz freiwillig zu den “Mia san mia”-Jüngern gehören zu wollen, trifft den Papa doch hart am Kopf, an der Patellasehne, in der Leistengegend und im schlimmsten Fall am vorderen und hinteren Kreuzband. Heilungsdauer? Unbestimmt. Aber sicherlich 1-2 Jahre. Schließlich ist das der Verein, bei dem Uli Hoeneß Mitglied ist. Moment, der ist sogar Präsident! Vom Knast direkt auf den Thron. Aber jeder verdient eine zweite Chance und vor allem – es war nicht alles schlecht. Hüben wie drüben. Verdammt nochmal.

Was also tun, um das Elend, das Fiasko, den tiefen und vor allem freien Fall zu stoppen? Man ist als Mitverantwortlicher für den sportlichen Werdegang des hoffnungsvollen Sprösslings relativ hilflos. Und leider auch machtlos. Erste Diagnose von Medizinmännern und Masseuren: So was wächst sich raus.

Hoffentlich zum nächsten Trikotsatz.

 

Gibt es doch so herrlichen Polyesterersatz in so gegensätzlichen Farben wie grün oder von mir aus auch gelb. Nein, Wolfsburg ist damit nicht gemeint.

 

Wir denken da eher an die Fohlenelf, die Helden von der Weser oder die Kicker vor der gelben Wand von Signal Iduna.

 

Auch andere Mütter haben gute Fußballer

Alternativen gibt es also reichlich. Aber sagen sie das mal einem 7-Jährigen, der weiß, wo der Frosch die Locken hat und vor allem wo der Fernseher steht. Denn es ist wohl einfach nur die alles erschlagende Mediengewalt, die in erster Linie den durch und durch roten, bajuwarischen Dauermeister omni-präsentiert. Dazu spielen noch alle Spieler in der Nationalmannschaft – inklusive der kompletten Ersatzbank. Die deutsche Auswahl ist zudem amtierender 7:1-gegen-Brasilien-Gewinner und ganz nebenbei auch Weltmeister. Da find’ mal Gegenargumente!

Ich lehne mich dennoch mal ein wenig zurück, lasse die Bayern sich selbst zerfleischen, lasse vor allem diese Saison (2017/18) einen anderen Club Deutschen Meister werden und harre der Dinge, die das rote Trikotset zu klein werden lassen und empfehle meinem Jungen demnächst mal einen echten Verein. Warum nicht seinen eigenen? Er spielt ja seit etwa einem Jahr in einem Fußballverein.

Keinen Rolex-Schmuggler-Verein mit Steuerhinterziehung und einem Ex-Präsidenten, der uns die WM ergaunerte. Sondern Vereine mit solidem, erdigem Untergrund und nur verschwindend geringen Betrügereien…

Auch wenn Klopp nicht mehr in Deutschland weilt und Thomas Schaafs Methoden etwas aus der Mode gekommen sind. Es wird sich was finden.

Schließlich heilt die Zeit alle (und tiefe) Wunden.

Hoffentlich.